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Ruhr Nachrichten vom 24.09.2011
Junge Eltern haben oft Beratungsbedarf
BOCHUM Junge Eltern sind des Öfteren ratlos, wie sie mit Erkrankungen ihres Kindes umgehen sollen. Offenbar benötigen sie mehr Beratung: Oft konsultieren sie schon bei kleineren Wehwehchen den Arzt. Hebamme Anke Pakusch aus Bochum gibt Tipps.Von Yemin Palku
Frau Pakusch, wie sieht Ihre Beratung für junge Eltern aus?
Vor allem junge Mütter wissen heutzutage nicht, was ein Kind mit sich bringt. Die meisten haben keine Ahnung, wie man das Kind wickelt, anhebt oder sauber macht. Auch beim Stillen haben sie Probleme, da die meisten Frauen nie andere Mütter beim Stillen gesehen haben und dann auch nicht wissen, wie es funktioniert. Da besteht auf jeden Fall Beratungsbedarf.
Wie sieht es denn mit den Kenntnissen der Eltern in Bezug auf Kinderkrankheiten aus?
Bei Frauen, die ihr erstes Kind bekommen haben, ist es verständlich, dass sie meist nicht wissen, was bei eintretender Krankheit des Kindes zu tun ist. Es ist eben neu für sie. Mütter, die aber schon ihr zweites oder drittes Kind bekommen haben, sind da wesentlich informierter.
Wie können sich Mütter oder Väter auf Kinderkrankheiten vorbereiten? Was sollten sie auf jeden Fall wissen?
Sie sollten darauf achten, ob das Kind kalte Füße hat, nichts trinken möchte, viel schläft und schlapp wirkt. Das sind Anzeichen einer allgemeinen Infektion. Oder wenn das Kind auffällig hustet. Gerade, wenn das Neugeborene noch jünger als sechs Monate ist. In dieser Phase haben Kinder noch nicht genügend Bauchmuskeln entwickelt, um den Hustenschleim auszuspucken. Bleibt der Schleim im Körper, besteht die Gefahr einer Lungenentzündung.
Sollte bei einer Krankheit immer ein Arzt aufgesucht werden oder können auch eigene Maßnahmen ergriffen werden?
Bei Neugeborenen sollte immer Vorsicht geboten sein. In jedem Fall muss das Kind zwischenzeitlich von einem Arzt und auch einer Hebamme untersucht und versorgt werden.
Doch auch Eltern können leichte Krankheiten behandeln. Zum Beispiel, wenn die Augen des Kindes entzündet sind, kann man die Augen mit Muttermilch einreiben. Was auch oft auftritt, ist der Soorpilz. Das ist ein weißer Pilzausschlag auf der Haut oder im Mund. Er kann mit pflanzlichen Mitteln behandelt werden.
Und wann ist es wirklich Zeit, zum Arzt zu gehen?
Ist keine Besserung festzustellen und das Kind hat Schmerzen, sollte der Arzt aufgesucht werden. Weiterhin kann durch einen Kuss auf die Stirn festgestellt werden, ob das Kind Fieber hat. Die Lippen haben immer Kerntemperatur, so können Temperaturschwankungen gut erfühlt werden. Bei einer Temperatur über 38,5 Grad Celsius rufen die Eltern am besten sofort einen Arzt.
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